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Wird der Fahrschein für Busse und Bahnen billiger?

"Niemand muss mehr bezahlen als bisher"

 

Zu den Pflichtaufgaben der Region Verband Stuttgart gehört der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Für den Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) sind aktuell wichtige Entscheidungen getroffen worden, die die Tarifstruktur radikal verändern und entschlacken.

Was bedeutet das für Herrenberg und das Obere Gäu? Wird der ÖPNV attraktiver und der Fahrschein billiger?

Rainer Ganske ist Stellv. Fraktionsvorsitzender der CDU und Sprecher „Verkehr“. Er wird die Veränderungen erklären und die Wichtigkeit des ÖPNV zur Erhaltung der Mobilität darstellen.

Darüber hinaus wird er auch über die anderen Aufgaben der Region Stuttgart sprechen.

Quelle: Gäubote vom 28.07.2018

"Niemand muss mehr bezahlen als bisher"

Herrenberg: Regionalparlamentarier Rainer Ganske spricht bei Senioren-Union über VVS-Tarifreform                                                

Maria-Dolores Bloching

Mit einem "aktuellen Thema" beschäftigte sich die Herrenberger CDU-Senioren-Union am Donnerstag, wie der Vorsitzende Alois Plümper betonte. Über die Tarifreform der VVS-Zonen, die nächstes Jahr in Kraft tritt, informierte Rainer Ganske, Mitglied im Regionalparlament und verkehrspolitischer Sprecher in der Fraktion der CDU.              

"Jeder fährt mal mit dem ÖPNV, und wenn jetzt die vielen Zonen auf fünf Ringe reduziert werden, wird vieles überschaubarer", erklärte Plümper in seinem kurzen Grußwort im Affstätter Schatten vor 15 Zuhörern. Rainer Ganske aus Gärtringen, Mitglied im Aufsichtsratder VVS und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im  Verband Region Stuttgart, erläuterte die Veränderungen und Verbesserungen der "großen Tarifreform" die erst am Dienstag beschlossen wurde. 52 Tarifzonen gibt es momentan, ab 1. April 2019 nur noch fünf Ringe. Rainer Ganske betonte, dass der öffentliche Nahverkehr "attraktiver gemacht werden muss, deswegen gibt es ein anderes Modell".

Bondorf, Jettingen und Mötzingen sind fortan in der gleichen Ringzone wie Herrenberg, so dass nur noch eine Zone fällig ist, anstatt wie bisher zwei. "Es gibt ganz viele Senkungen, hoffentlich generieren wir dadurch mehr Fahrgäste, denn wir müssen die Straßen entlasten." Auf keinen Fall sei die Tarifreform "nur etwas für Stuttgarter". Diese Kritik bekommt der CDU-Politiker häufig zu hören. "Jeder der nach Stuttgart fährt, spart mindestens eine Zone, denn Stuttgart ist nur noch eine Zone statt zwei." Wer zum Beispiel von Bondorf in die Landeshauptstadt fährt, spart sich zwei Zonen und muss anstatt 8,60 Euro nur noch 6,50 Euro bezahlen. " Das sind 24 Prozent weniger, das ist schon ein Wort."

Nur Gewinner werde es natürlich nicht geben, aber auch keine direkten Verlierer, "denn niemand muss mehr bezahlen als bisher." Wer von der Peripherie ins Zen-
trum des Verkehrsverbundes fahre und natürlich auch umgekehrt, der spare am meisten. Kurze Strecken auf der S1 von Herrenberg nach Gärtringen oder von Gärtringen nach Stuttgart zum Beispiel bleiben auch weiterhin zwei Zonen. "Aber diese Nutzer profitieren zumindest davon, dass es 2019 keine Preiserhöhung gibt", sagte Ganske.

Taktung noch mehr verkürzen

Die Mobilität wird in Zukunft weiter zunehmen, "da geht es um ein Verhältnis zwischen ÖPNV und Individualverkehr". Um mehr Menschen zu Bus und Bahn zu bringen, könnten neue S-Bahn-Linien entstehen, "aber das ist teuer". Eine andere Möglichkeit sei, die Taktung zu verbessern und mehr Züge einzusetzen. Ziel sei es deswegen, "den Takt in mehr Zügen auf 15 Minuten zu verkürzen und zwar von 5 Uhr bis nach 20 Uhr, dann haben die Menschen ein attraktives Angebot, und der Fahrplan und die Pünktlichkeit sind nicht mehr ganz so wichtig", meinte Ganske. Dazu bräuchte man aber mehr Züge "und um noch enger als alle 15 Minuten nach Stuttgart zu fahren, bräuchten wir eine zweite Röhre und das ist unrealistisch".

Eine andere, für Ganske auch die wahrscheinlichere Lösung, wäre die Umrüstung auf die neue Signaltechnik ETCS (European Train Control System). Dabei könnten S-Bahn-Züge auf der unterirdischen Strecke nach Stuttgart dichter hintereinander herfahren, das würde eine höhere Kapazität und pünktlichere Zuge zur Folge haben, bisher gibt es dieses System allerdings nur in Fernzügen. "Wir hätten dann 6 000 anstatt 4 000 Züge pro Stunde." Im Herbst werde das Gutachten da sein, mit dem Ergebnis, ob es möglich ist. "Aber dann müssten die Städte und Gemeinden für den Weitertransport sorgen. Wenn, dann muss man das insgesamt machen."

Auch der Wohnraum gehöre zum Mobilitätskonzept, "das hat was miteinander zu tun". Denn wenn die Menschen zu weit auswärts wohnen "verstopfen sie wieder die Straßen, Leben, Wohnen, Arbeiten müssen näher zusammenrücken". Wohnraum, auch bezahlbarer oder verdichteter Wohnraum, müsse da entstehen, wo es eine Infrastruktur gibt, "zum Beispiel entlang der S1, das ist nachhaltig". Die Frage der Zukunft ist, laut Ganske, wie zukünftig mit den Themen Umwelt, bezahlbares Wohnen, Gewerbegebiete umgegangen wird. "Wenn wir das Thema Mobilität nicht lösen, werden wir Mega-Standort-Nachteile haben, wir dürfen uns nicht auf dem ausruhen, was wir erreicht haben, sondern müssen den nächsten Schritt tun", betonte Ganske.

Fragen gab es im Anschluss genug, zu einzelnen Fahrscheinen genauso wie zu Diesel-Fahrverboten oder zu vollen Park-and-ride-Plätzen.

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