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„Europa 2030 – geeinte Weltmacht oder machtloser Staatenbund?“

„Herrenberger Visionen – Visionen für Europa“ starten in vollbesetztem Klosterhofkeller

„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“! Marc Biadacz zitierte in seinem Grußwort diese Empfehlung von Bundeskanzler Helmut Schmidt, mit der der Realpolitiker einst seinen Unmut über den visionären Geist seines Parteivorsitzenden Willy Brandt zum Ausdruck brachte. Die Vision, in Herrenberg eine große Veranstaltung zur Zukunft Europas aufzuziehen, hatte Meinhard Ober, Schriftführer im CDU-Stadtverband und Mitglied im AK Europa, schon seit einem Frankreichaufenthalt während seiner Studienzeit. Nach fast einjähriger Vorbereitung ging seine Vision am 3. November 2018 in Erfüllung – im vollbesetzten historischen Gewölbekeller des Klosterhofs.

Mit den Generalkonsuln Andrzej Osiak aus Polen und Catherine Veber aus Frankreich, dem irischen Honorarkonsul Dr. Wolfgang Häfele und Rainer Wieland, Vizepräsident des EU-Parlaments, gelang es dem Herrenberger vier hochrangige Experten in seine Heimatstadt zu holen, deren Finanzbürgermeisterin Gabriele Götz-Getzeny es sich nicht nehmen ließ, das Goldene Buch der Großen Kreisstadt von den Gästen signieren zu lassen.

Wie kann und soll Europa 2030 ausstehen? Nach Grußworten der CDU-Vorsitzenden von Stadt und Kreis, Swen Menzel und Michael Moroff, folgten die Impulsvorträge zu dieser Frage. Ausgehend von den prägenden Erfahrungen der einzelnen Länder wie der Christianisierung Europas durch irische Mönche oder der deutsch-französischen Erbfeindschaft, die nach 1945 zur Erbfreundschaft wurde, thematisierten die Experten ihre Vorstellungen und analysierten die anstehenden Herausforderungen für den „Staatenverbund“ Europäische Union.

Nach einer Pause war dann das Publikum mit Beiträgen an der Reihe, die moderiert wurden von Meinhard Ober und Steffen Straube-Kögler, Vorsitzender des AK Europa im Kreisverband. Viele Gäste beteiligten sich an der Debatte und stellten Fragen wie z.B. zur Jugendarbeitslosigkeit, dem Problem der EU, sich in außenpolitischen Krisen militärisch wegzuducken, oder den populistisch-nationalistischen Regierungen in einigen Staaten. Angesprochen wurden ferner Themen wie gemeinsame EU-Universitäten, die Außensicherung der Grenzen, aber auch die fehlende deutsche Antwort auf Emmanuel Macrons Reformvorschläge. Es wurde einerseits klar, dass sich die EU ändern müsse und der Weg sehr lang werde. Andererseits blieb aber noch unklar, wie der genaue Weg z.B. zu einer verstärkten Kooperation in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik sein werde, denn alle müssten sich bewegen. Rainer Wieland wies schonungslos auf Schwächen hin: „Auch die Deutschen, die sich manchmal als die Musterknaben Europas ansehen, dies jedoch sehr oft nicht sind, müssen sich hier der Herausforderung stellen. Auch ihre Haltung muss sich in vielen Punkten ändern.“

Dieser spannende Tag mit vielen neuen Eindrücken und Erkenntnissen für alle Teilnehmer hatte noch einen weiteren Höhepunkt: Ein Fernsehteam der ARD war anwesend und nutzte die Veranstaltung, um das Publikum zur bevorstehenden Neuwahl der CDU-Spitze zu befragen. Zwei Tage später wurde der Beitrag im ARD-Mittagsmagazin ausgestrahlt, wobei drei CDU-Mitglieder zu Wort kamen und stimmungsvolle Bilder von dem Nachmittag im Gewölbekeller gezeigt wurden.

Nach diesem außerordentlich guten und konstruktiven Start wird die CDU Herrenberg die Veranstaltungsreihe „Herrenberger Visionen – Visionen für Europa“ im nächsten Jahr weiterführen und versuchen die Zukunft Europas weiter mitzugestalten. Und niemand braucht dabei zum Arzt zu gehen – lebendiger Beweis dafür, dass Helmut Schmidt mit seiner Kritik in diesem Fall falsch gelegen hätte.

Steffen Straube-Kögler

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