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Entwicklung der Windkraft im Land

Unions Stammtisch mit Vortrag von Hansjörg Jung

Der CDU Stadtverband Herrenberg und die JU Herrenberg und Gäu haben zum gemeinsamen Unions Stammtisch ins Gasthaus Schatten in Affstätt eingeladen. Das Format soll interessierten Bürgern und Mitgliedern die Möglichkeit bieten, sich auszutauschen und politische Themen zu diskutieren. „CDU vor Ort heißt konkret da zu sein, für alle Fragen und Anliegen und gemeinsam Dinge voranzubringen“ stellte der CDU Vorsitzende Swen Menzel in seiner Begrüßung die Idee des Unions Stammtischs vor. Dem großen Dank für einen lehrreichen Abend eines interessieren Publikums und von Victor Seiler in seinem Schlussappel ging ein sehr interessanter Vortrag voraus.

Referent Hansjörg Jung aus dem Herrenberger CDU Stadtverband und Windkraftbeauftragter im Baden-Württembergischen-Luftfahrtverband beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Windenergie, er gilt als absoluter Windkraft Experte mit hohem Detailwissen. Zwar ist das Thema Windkraft in der Öffentlichkeit im Kreis Böblingen aktuell kein großes Thema: Eines der beiden Windräder in Oberjettingen wurde abgebaut und nach Italien verkauft. Die Planungen in Weil der Stadt ruhen derzeit wegen einem noch nicht fertiggestellten Artenschutzgutachten gemeinsam mit Heimsheim im Nachbarkreis. Dennoch hat der CDU Stadtverband Herrenberg dieses Thema, das in anderen Landkreisen die Schlagzeilen bestimmt aufgegriffen und einen Blick auf die Entwicklung im Kreis, der Region Stuttgart und das Land geworfen.

Hansjörg Jung berichtete schwerpunktmäßig über den Windpark Straubenhardt und Misstände, die aus seiner Sicht bestehen.

Windpark Straubenhardt:

Der Windpark Straubenhardt (11 Windindustrieanlagen) ist fertig gestellt und steht kurz vor der offiziellen Einweihung. Die Geschichte der dortigen Bürgerinitiative ist enorm, Eil-Klageverfahren der Nachbarkommunen liegen seit 15 Monaten unbearbeitet bei einem dauerkranken Richter beim Verwaltungsgerichtshof Mannheim. Von den 11 WEA laufen heute schon fünf nachts im so genannten „Lärmreduzierten Betrieb“, weil sie zu laut und zu nahe an der Wohnbebauung stehen. Hinzu kommt die Fledermaus-, Eiswurf- und Schattenwurfabschaltung. „Das ist volkswirtschaftlich völliger Unsinn“ so Hansjörg Jung. Durch Eiswurf ist der Schwarzwald-Westwanderweg bedroht gewesen. Bei der Baugenehmigung wurde eine Ampelanlage im Wald zur Auflage gemacht. Um dieses katastrophale Signal in der Öffentlichkeit zu verhindern, wurde vom Schwarzwaldverein der Wanderweg jetzt verlegt.


Missstände:


Hansjörg Jung findet es skandalös, dass

 

  • „Die EnBW Windindustrieprojekte aufgreift, die andere Vorhabensträger mangels Windhöffigkeit längst aufgegeben haben.“

 

  • „Bei Windkraftplanungen in Baden-Württemberg häufig keine hydrogeologische

Gutachten verlangt werden, obwohl jedes Schulkind weiß, dass es sich der Schwäbischen Alb und ihrem Vorland um ein Karstgebiet handelt. In anderen Fällen wird ein Färberversuch mit Notwasserversorgung gefordert.“

 

  • „Bei den Artenschutzgutachten zur Windkraft jegliche staatliche Kontrolle fehlt. Jeder „Hanswurst“ kann sich Artenschutzgutachter nennen. Häufig sind Parteigänger der Grünen als Gutachter tätig.“

 

  • „Das Helgoländer Papier, welches die Abstände der windkraftempfindlichen Vogelarten regelt, in Baden-Württemberg zum Nachteil der Tiere signifikant abweicht und darauf auch noch stolz ist; Beispiel: Rotmilan Bayern 1.500 m, Baden-Württemberg 1.000 m, und dies bei einer Landesregierung, die sich angeblich dem Naturschutz verschrieben hat.“

 

  • „Bei der Schattenwurfanalyse in Baden-Württemberg der Schutz der Tiere vergessen wird und sich nur auf die Wohnbebauung bezieht. Es zeigt sich dass die Landratsämter nicht Bescheid wissen und nicht einheitlich agieren.“

 

Zum Abschluss des Unions Stammtischs ermunterte Hansjörg Jung die Zuhörer, mit ihm eine gemeinsame Rechenaufgabe zu lösen: „Wenn in Baden-Württemberg im November 2014 700 Windräder wegen Windstille an 11 Tagen keinen Windstrom einspeisen und man getreu der grünen Vorgabe die Anzahl der Windräder auf 1.400 verdoppelt, wieviel Strom wird dann an diesen 11 Tagen eingespeist?“ Die Antwort ist „Null“. Jung berichtet, dass er diese Dreisatzaufgabe bei seinen Vorträgen immer gemeinsam mit den Zuhörern löst und immer zum richtigen Ergebnis kam: „Den nutzlosen Windradbau, der keinerlei Beitrag zu einer sicheren Stromversorgung leistet und die Natur und Kulturgut zerstört.“

Für Jung muss dich die Landes CDU fragen lassen, wie lange sie der grünen Windenergiepolitik noch tatenlos zusehen will. 200 Bürgerinitiativen in Baden-Württemberg kämpfen vor Ort gegen die Fehlentwicklung an, bundesweit sind es mehr als 1.000. Zusagen von CDU Abgeordneten aus Baden-Württemberg, sich für größere Abstände der WEA nach bayrischen Vorbild (sogen. 10H Lösung) einzusetzen, soll nachgegangen werden.

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