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Marc Biadacz spricht bei der Handwerkskammer über Gründe und Lösungen für den Fachkräftemangel

In vielen Handwerksbetrieben sind die Auftragsbücher derzeit gut gefüllt. Allerdings verhindert der Fachkräftemangel, dass die Branche noch stärker wächst, denn es fehlt der Nachwuchs. So geht es auch einigen Betrieben in der Region Stuttgart, die auf der Suche nach neuem Personal sind. Aktuellen Umfragen zufolge findet ein Viertel von ihnen trotz starker Bemühungen keine geeigneten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete Marc Biadacz kennt dieses Problem aus zahlreichen Gesprächen mit Handwerksmeistern aus seinem Wahlkreis Böblingen, in dem über 3.600 Handwerksbetriebe ansässig sind. Daher hat er das Thema in einer Rede bei der Handwerkskammer Region Stuttgart aufgegriffen. Anlass dazu bot die jüngste Vollversammlung der Kammer, an der Arbeitgeber und Arbeitnehmer aus den sechs Kreishandwerkerschaften (Stuttgart, Böblingen, Rems-Murr, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg) teilnahmen.


Als einen zentralen Grund für den Fachkräftemangel nannte Biadacz den anhaltenden Trend zum Studium: "Viele junge Menschen denken, dass das Leben erst mit dem Abitur anfängt und nicht mit einer Berufsausbildung. Hier müssen wir gegensteuern und stärker die Chancen im selbstständigen Handwerk betonen, etwa bei der Berufsorientierung an den Schulen." Zugleich gelte es, kreative Lösungen aufzuzeigen: "Wer sich zwischen einem Studium und  einer Lehre in einem Handwerksbetrieb nicht entscheiden kann, kann heute schon beides miteinander verbinden. Einige Hochschulen bieten inzwischen duale Studiengänge an. Dieses Angebot sollte weiter ausgebaut werden."


Um die Situation zu verbessern, sieht der direkt gewählte Bundestagsabgeordnete jedoch nicht nur die Politik, sondern auch die Betriebe in der Pflicht. "Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die Handwerksberufe attraktiver zu machen. Deshalb ist es wichtig, am Meisterbrief und am System der dualen Ausbildung festzuhalten. Ich mache mich zudem für die Einführung eines Meisterbonus stark. Das bedeutet: Wer die Meisterprüfung erfolgreich abschließt, soll angefallene Gebühren ganz oder teilweise erstattet bekommen."


Andererseits sei es die Aufgabe kleiner und mittelständischer Betriebe den Bewerbern zu verdeutlichen, wofür sie stehen und was sie zu einem besonderen Arbeitgeber macht. "Heutzutage ist es auch für Handwerksbetriebe unerlässlich, eine eigene Marke zu schaffen. Diese Aufgabe kann ihnen die Politik nicht abnehmen. Und sie müssen über Anreize nachdenken, um Fachkräfte an sich zu binden, bevor diese zu Großunternehmen abwandern", betonte Biadacz.


Die ehrenamtlich tätige Vollversammlung ist das oberste Entscheidungsorgan der Handwerkskammer Region Stuttgart. Sie wird alle fünf Jahre von den Mitgliedern der Kammer gewählt und setzt sich derzeit aus 39 Delegierten zusammen.

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